TTN-Hessen

5. Hessischer Kooperationspreis des TechnologieTransferNetzwerk Hessen

DISMAT – Maßgeschneiderte Laserstrahlen erzielen 1. Preis

DISMAT – so lautet der Name des Projekts, das am 5. Dezember 2011 im Rahmen des Hessischen Transferforums von Wirtschaftsminister Dieter Posch mit dem 1. Preis des Hessischen Kooperationspreises ausgezeichnet wurde. Hinter diesen sechs Buchstaben verbirgt sich die Entwicklung neuartiger Beugungsoptiken, mit deren Hilfe sich Lichtstrahlen vorteilhaft ablenken, fokussieren, formen oder teilen lassen (Diffraktive Strahlformungsoptiken für die Lasermaterialbearbeitung). 31 Monate dauerte die Zusammenarbeit in diesem erfolgreichen Projekt, das federführend von der Darmstädter Firma Topag Lasertechnik GmbH in enger Zusammenarbeit mit GD Optical Competence GmbH (Sinn) und dem Institut für Mikrotechnologien (IMtech) der Hochschule RheinMain (Rüsselsheim) durchgeführt wurde.

 

Diplomand als Initiator

„Alle Projektpartner haben ihre spezifischen Kernkompetenzen eingebracht und ein neuartiges Strahlformungskonzept sowie eine kostengünstige Glasprägetechnik realisiert“, fasst Dr. Erwin Jäger, Geschäftsführer von Topag Lasertechnik, das Ergebnis der erfolgreichen Kooperation zusammen. Die Erforschung diffraktiver Optiken begann mit einer Diplomarbeit bei Topag Lasertechnik: Ein Student hatte sich auf der Messe Laser World of Photonics bei dem Unternehmen beworben. Bereits nach einem Jahr ergaben sich aus dieser wissenschaftlichen Arbeit interessante und verwertbare Ergebnisse. Parallel hierzu meldeten immer mehr Kunden ihren Bedarf an neuartigen Beugungsoptiken für Hochleistungslaser an. Die Idee für ein Forschungsprojekt war geboren, das aus Mitteln des Landes Hessen gefördert wurde. Für die Umsetzung fand Topag mit dem IMtech unter Leitung von Prof. Dr. Friedemann Völklein und der Firma GD Optical Competence zwei kompetente Kooperationspartner in der Region. Mit diesen bestand bereits seit Jahren eine enge Verbindung über das Kompetenz-Netzwerk Optence e.V.

 

Neue Absatzmärkte als Ziel

„Unser Ziel war es, eine Technik zu entwickeln, die kostengünstig ist und in Serienproduktion gehen kann“, so Dr. Jäger. Während Topag Lasertechnik seine langjährige Kompetenz in der Anwendung kundenspezifischer Lasersysteme für Lasermaterialbearbeitung einbringt, bietet das IMtech alle Voraussetzungen, um diffraktive Optiken im Reinraum zu produzieren. GD Optical Competence lieferte das fundierte Know-how auf dem Gebiet der Glasprägetechnik. Von Anfang an wurden die Prototypen von Anwendern unter realen Bedingungen auf ihre Praxistauglichkeit getestet. Die Rückmeldungen flossen dann unmittelbar in die Projektarbeit mit ein.

 

Mit der Entwicklung von diffraktiven Strahlformungsoptiken für die Lasermaterialbearbeitung können die drei Kooperationspartner jetzt völlig neue Anwendungen und Absatzmärkte erschließen. So beispielsweise in der Lasermaterialbearbeitung, der Solarzellenfertigung, der Medizintechnik – man denke an Stents – sowie der LED-Produktion. Namhafte Hersteller für LED-Mikrostrukturen sowie Kunden aus den USA und Israel haben bereits ihr Interesse an dem neuen Konzept angemeldet.

 

Vertrauensvolle Kooperation für Folgeprojekt

„Im Rahmen unseres gemeinsamen Projektes hat sich eine vertrauensvolle Basis zwischen allen Partnern entwickelt, die auf dem Austausch von Spezialwissen und Synergien beruhte und für jede Partei einen Gewinn darstellte“, berichtet Dr. Jäger. So haben die Kooperationspartner mit den Ergebnissen von DISMAT Neuland betreten, das für jeden zuvor undenkbar gewesen wäre – sowohl aus finanziellen als auch aus wissenstechnischen Gründen. Für Topag Lasertechnik waren dies die geprägten Optiken in der Hochleistungslasertechnik, für GD Optical Competence die Entwicklung eines neuartigen Glasprägeverfahrens und für das IMtech die Möglichkeit, sein Know-how im Bereich der Mikrotechnologie zu erweitern und neue Forschungsfelder zu erschließen. Die Partner sehen sich durch ihren Erfolg in ihrem Vorhaben bestätigt, sich ständig über neue Produkte weiterzuentwickeln und so am Markt zu behaupten. Deshalb ist es konsequent, dass sich inzwischen bereits ein Folgeprojekt aus DISMAT ergeben hat, an dem sich wieder alle drei Konsortialpartner beteiligen und ihre unterschiedlichen Kompetenzen zusammenführen werden.

 

Seit 2003 verleiht das TTN-Hessen alle zwei Jahre den Hessischen Kooperationspreis. Mit ihm würdigt das Netzwerk für Technologietransfer erfolgreiche und herausragende F&E-Kooperationen zwischen Forschung und Industrie. Der Preis ist mit 5.000 Euro für den Erstplatzierten, 2.500 Euro für den zweiten und 1.250 Euro für den dritten Platz dotiert.

In diesem Jahr schreibt das TTN-Hessen den 5. Hessischen Kooperationspreis aus. Die Preisverleihung fand im Rahmen des "Hessischen Transferforums" am 5.12.2011 in der IHK Frankfurt am Main durch Staatsminister Posch statt.

 

Das Projekt DISMAT (HA-Projekt-Nr. 165/08-27) wurde im Rahmen von Hessen ModellProjekte aus Mitteln der LOEWE – Landes-Offensive zur Entwicklung Wissenschaftlich-ökonomischer Exzellenz, Förderlinie 3: KMU-Verbundvorhaben gefördert. Die landeseigene Wirtschaftsfördergesellschaft HA Hessen Agentur GmbH fungiert als Kontakt und Projektträger.

 

Kooperationspartner DISMAT:

 

Pressemitteilung zum Download: Word / PDF

 

Nähere Informationen zu den Preisträgern des 1. Preises

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